Montag, 27. Mai 2013

Was ist der Unterschied zwischen PrEtotypen und PrOtotypen?

Die Frage, was denn der Unterschied sei zwischen einem Pretotyp und einem Prototyp, tauchte nun wiederholt auf, Danke auch an +Otto Buchegger für seine Anmerkung zu diesem Thema. Hier eine Folie aus meinem Vortrag dazu:

Der Unterschied liegt i.W. darin, dass es bei einem Prototypen eher darum geht, festzustellen, ob und wie ich es hinkriege und dafür idR bereits viel Zeit und Geld investiere, während es beim Pretotypen eher darum geht, herauszufinden, ob es überhaupt die richtige Idee ist.. Und zwar, in dem wir aus den Ideen und Meinungen belastbare reale Daten machen. Das Pretotypen macht die Idee zwar nicht besser, aber im Idealfall merkt man dadurch viel früher, ob man mit ihr weitermachen soll oder nicht. Letztlich erhalten wir also dieselben Fehlschläge, nur viel früher. Und können damit Energie, Geld, Zeit, usw. früher der nächsten Idee zuwenden.

Dies bedeutet, dass mit pretotypen innerhalb eines Jahres erheblich mehr Ideen getestet werden können. Das Gesetz des Fehlschlages zugrunde gelegt (vergl. meinen Vortrag), lassen sich pro Zeitraum  also deutlich mehr richtige Ideen finden. Wenn wir annehmen, dass sich mit pretotypen vier Mal mehr Ideen überprüfen lassen, sollten sich im gleichen Zeitraum auch erfolgreiche Ideen um den Faktor vier mehr auftun.

In der oberen Hälfte des Bildes sehen wir den Fall "Ohne Pretotypen": eine gewisse Anzahl von Ideen, die wir auf herkömmliche Art entwickeln und schließlich am Markt testen, das sind die 80% langsamen Fehlschläge mit den 20% Erfolgen.
Im unteren Diagramm nutzen wir "Pretotypen", dadurch erhalten wir schnellere Rückmeldung und können mehr Ideen testen. Für das Diagramm habe ich nur einen Faktor vier angenommen. Damit sollten wir automatisch die Anzahl der Erfolge im selben Zeitraum wie oben auch um den Faktor vier steigern. Klar, Ideen müssen dafür vorhanden sein.

Danke an +Veikko Wünsche für seine konstruktiven Vorschläge zum Text. Danke an +Joerg Beyer für seinen Hinweis zur Grafik "Der Pretotypen-Effekt".